Projekt 05: Partizipation in der Waldorf-Kita

Gerne haben wir zum wiederholten Mal das pädagogische Wochenende des Waldorfkindergartens Fellbach mit 2.000 EUR gefördert.

„Dank dieser Spende konnten wir es uns leisten, uns ein Wochenende lang ganz auf ein Thema zu konzentrieren ohne für Verpflegung, Raumvorbereitung etc. sorgen zu müssen. Das tat uns gut, der abgeschiedene Ort hat seinen Teil zum Gelingen beigetragen!“

Das Kollegium hat sich unter Anleitung von Urs Kaiser mit Partizipation beschäftigt. Folgende Auszüge aus dem Bericht von Vorstandsmitglied Sabine Müller anlässlich der Mitgliederversammlung 2017 des Förderkreis Waldorfpädgogik Fellbach e.V. geben einen Eindruck der Veranstaltung:

Vielleicht haben Sie schon von Kinderparlamenten gehört, die es in einigen Einrichtungen gibt? Fakt ist: Das Wort Partizipation ist in aller Munde, doch wie es gelebt wird und was der Einzelne darunter versteht, ist völlig unterschiedlich.

Wenn wir von Partizipation im Kindergarten sprechen, dann geht es grundsätzlich darum, Räume für Mitbestimmung und Mitgestaltung innerhalb der Gruppe, der Gemeinschaft bewußter zu ermöglichen und zu erkennen. Partizipation meint jedoch nicht die absolute Abgabe aller Entscheidungen! Partizipation ist die Suche nach Räumen für Kinder, in denen sie entsprechend ihrer Reife, Bedürfnisse und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen, aber auch einfach ein Teil der Gemeinschaft sein können.

So war es für uns an diesem Wochenende ein wichtiges Anliegen, uns genau zu diesen Fragen zu positionieren:

  • Wo sehen wir als Waldorfeinrichtung solche Räume?
  • Wann kann ein ständiges Entscheiden-Müssen ein Kind völlig überfordern?
  • Wo hört Partizipation auf?
  • Was ist eigentlich Grundlage dafür, dass ein Kind sich beteiligen möchte bzw. kann?
  • Was braucht ein Kind, um eigene Wege zu gehen?

Es wurde uns wieder bestätigt: Es braucht Vertrauen, Sicherheit und vor allem eine sichere Bindung. Hilfreich ist ein Rahmen aus überschaubaren, immer wiederkehrenden Tagesstrukturen.

Mit dem Wissen, dass ein Kind, wenn es geboren wird, kein unbeschriebenes Blatt ist, empfangen wir Erzieher dieses mit der Frage: „Wer bist Du? Was willst Du entwickeln?“ Wir versuchen das Wesen und die Individualität des Kindes kennenzulernen und es zu unterstützen. Wir geben dem Kind so viel Form und Struktur, wie es momentan braucht. Und gleichzeitig spürt ein Kind: „Ich werde mit meinen Bedürfnissen ernst genommen.“

Ein weitere Frage bezüglich einer Partizipation war für uns folgende: Wie gelingt eigentlich Partizipation zwischen Eltern und dem Kollegium? Auch damit haben wir uns an diesem Wochenende beschäftigt und werden es sicherlich auch immer wieder auch zukünftig tun.

Partizipation bedeutet eigentlich grundlegend: Ich bin Teil einer Gemeinschaft und ich bringe mich in die Gemeinschaft ein / nehme an ihr teil. In einer Waldorfgemeinschaft zu leben und zu arbeiten, bedeutet sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen, sich mit den zahlreichen unterschiedlichsten Aufgaben zu befassen. Es beinhaltet aber auch, sich die Sichtweise anderer vor Augen zu führen, innerlich zu bewegen und zu einem gemeinschaftlichen Entschluss zu kommen.

Insgesamt war es ein anregendes Wochenende.

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